Collesano coat of arms Collesano · Tours

Station 10 · Collesano in 15 Stationen

10 KIRCHE

St. Sebastian und Fabian

St. Sebastian und Fabian

Die Kirche der Heiligen Sebastian und Fabian wird auch Chiesa del Collegio genannt, weil sie neben dem Institut der Töchter des Kreuzes steht. Sie gilt als die älteste außerhalb des Bagherino-Tors errichtete Kirche, im ältesten Viertel des Ortes. Das genaue Gründungsdatum ist unbekannt, doch das Eingangsportal trägt die Jahreszahl 1646. Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Bau mehrfach umgestaltet; heute zeigt er sich einschiffig, mit einem stillen, kompakten Innenraum. Das bewegendste Stück ist die Urne des toten Christus, die hierher aus der 1932 eingestürzten Kirche San Giovanni Battista gebracht wurde. Einer mindestens seit dem 19. Jahrhundert dokumentierten Tradition zufolge wird die Urne an jedem Karfreitag in Prozession getragen. Die Kirche bewahrt zudem eine Holzstatue des heiligen Sebastian und Leinwandgemälde des 18. Jahrhunderts vom Palermer Maler Giuseppe Testa.

HinweisAußenansicht stets sichtbar. Innenraum richtet sich nach den Öffnungszeiten.

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Geschichte & Hintergrund

Ein vertiefter Blick — nur auf dieser Seite.

Auf einen Blick

Typ
Kirche („del Collegio“)
Portal datiert
1646
Viertel
Außerhalb des alten Tores von Bavarino/Bagherino
Bekannt für
Karfreitagsprozessionen
Einst Sitz von
Accademia degli Offuscati

Höhepunkte

  • Eine der ältesten Kirchen außerhalb des Bavarino-Tors; Eingangsportal datiert auf 1646.
  • Das Gemälde Perdichizzis von 1688 — die Heilige Familie über einer Panoramaansicht von Collesano, ein „Foto" der Stadt aus dem 17. Jahrhundert — wird heute in der Mutterkirche aufbewahrt.
  • Gemälde von 1797, signiert vom Palermer Maler Giuseppe Testa.
  • Hölzerner Kruzifix, 1932 aus der eingestürzten Kirche San Giovanni Battista geborgen.
  • Schauplatz der Karfreitagsprozessionen „A Cerca" und „Morte e Passione".
  • Historischer Sitz der Accademia degli Offuscati, einer literarischen Akademie aus dem 17. Jahrhundert.

Zeitleiste

  • c.1406–08Eine hölzerne „Trauernden“-Gruppe (Jungfrau und Johannes), Francesco di Valdambrino zugeschrieben und von Antonio Ventimiglia in Auftrag gegeben, entsteht.
  • 1646Das in das Eingangsportal eingemeißelte Datum — das einzige gesicherte Baudatum (die Gründung ist älter, aber undokumentiert).
  • 1688Don Giuseppe Perdichizzi malt die Heilige Familie über einem Panorama von Collesano.
  • 1693Das Erdbeben des Val di Noto ruiniert die Burg und macht das Panorama von 1688 zum einzigen Bild der früheren Stadt.
  • 1797Giuseppe Testa aus Palermo signiert ein Altargemälde (Madonna mit den Hll. Johannes vom Kreuz und Teresa von Ávila).
  • 1932Als die Kirche San Giovanni Battista einstürzt, wird ihre hölzerne Urne des toten Christus hierher überführt.

Menschen & Familien

  • Don Giuseppe Perdichizzi — in Collesano geborener Priester und Maler; sein Panorama von 1688 ist das kostbarste historische Zeugnis der Stadt (heute in der Mutterkirche aufbewahrt).
  • Giuseppe Testa — Maler aus Palermo, der das Altargemälde von 1797 signierte.
  • Francesco di Valdambrino — sienesischer Bildhauer, dem die hölzerne „Trauernden“-Gruppe (c.1406–08), in Auftrag gegeben von Antonio Ventimiglia, zugeschrieben wird.
  • Adelasia del Vasto (c.1075–1118) — normannische Gräfin, der die Burg von Collesano zugeschrieben wird, um die das älteste Viertel wuchs; die Straße hier, Via Contessa Adelasia, bewahrt ihren Namen.

Geschichten & Traditionen

  • Die untere Hälfte des Gemäldes von 1688 ist gewissermaßen eine Fotografie vor der Fotografie — die Kirchen und die Burg von Collesano, wie sie vor dem Erdbeben von 1693 standen.
  • Die Kirche ist der Motor der Karwoche: Die morgendliche Via Crucis „A Cerca“ (der dreimal fallende Christus) und die abendliche Prozession „Morte e Passione“ brechen am Karfreitag beide von hier auf.
  • Sie war Sitz der literarischen Accademia degli Offuscati des 17. Jahrhunderts; am Fest des heiligen Sebastian fand hier die Wahl des „Principe“ der Akademie statt.
  • Ihr anderer Name, „del Collegio“, kommt vom angrenzenden Institut der Töchter vom Kreuz; der Name des Quartierstores, Bagherino, soll vom arabischen Bāb Haggarīn, „Tor der Steinmetze“, stammen.

Besuch

Quellen

Zusammengestellt aus öffentlichen, lokalen und historischen Quellen, Juni 2026. Einen Fehler entdeckt? Korrekturen willkommen.