Kirche Santa Maria di Gesù

Die Kirche und das Kloster Santa Maria di Gesù gehören zu den stilleren franziskanischen Wahrzeichen Collesanos: von der Straße aus schlicht, doch reich an lokaler Geschichte. Der Komplex wurde 1611 von Maria Aragona, der Gemahlin von Francesco Moncada, Graf von Collesano, in Auftrag gegeben. Papst Paul V. segnete den Grundstein in Rom; er wurde nach Collesano gebracht und am 3. Februar 1612 in die Klosterfassade eingelassen. Die Kirche wurde den Reformierten Minderbrüdern anvertraut und hat einen bewusst schlichten Grundriss bewahrt: ein einziges Schiff, Gewölbedecke, Hochaltar und sechs Seitenaltäre. Beachtenswert sind besonders das Porziuncola-Gemälde auf dem Hochaltar, 1625 von der Familie Micciancio in Auftrag gegeben und von Gaspare Buzzata signiert, sowie die marmorne Madonna mit Kind von Carlo D'Aprile. Das am meisten verehrte Werk ist das Holzkruzifix von 1635 von Fra Umile Pintorno aus Petralia Soprana. Seine Weihe am 11. Februar 1635 war ein bedeutendes städtisches Ereignis: Das Kruzifix wurde zunächst in die Mutterkirche gebracht, dann in Prozession nach Santa Maria di Gesù und in einer Kapelle neben dem Hochaltar aufgestellt, die mit Malereien von G. G. Lo Varchi geschmückt ist. Die Verehrung wurde so stark, dass das Kruzifix zum Mitschutzpatron der Stadt erklärt wurde; bis heute wird es am 14. September in Prozession getragen. Das ehemalige Kloster neben der Kirche diente nach der Aufhebung der Orden verschiedenen zivilen Zwecken, darunter als Kaserne und Gefängnis. Heute beherbergt es die Stadtbibliothek und Kulturräume. Sein Kreuzgang aus dem 17. Jahrhundert ruht auf 12 Steinsäulen; auf den Kapitellen sind die Wappen der Collesano-Familien zu sehen, die für ihre Errichtung aufkamen. Sehenswert im Inneren der Kirche ist auch das geschnitzte Holztabernakel von 1763 mit Säulchen, Perlmutt-Intarsien, einem kleinen Kruzifix und fünf fein geschnitzten Figuren.
HinweisAußenansicht stets sichtbar. Innenraum richtet sich nach den Öffnungszeiten.
CA. 2 MIN FUSSWEG ZUR NÄCHSTEN STATION