Der Wachturm steht am höchsten Punkt Collesanos, neben der heutigen Mutterkirche. Er wird üblicherweise auf das 12. Jahrhundert datiert, auch wenn lokale Quellen ihn als mittelalterlichen oder Trecento-Turm an der Piazza Plebiscito beschreiben.
Ursprünglich war er ein isolierter militärischer Beobachtungsposten, der einen alten Verkehrsweg schützte — getrennt von der ersten Siedlung, die um die Burg herum entstand. Als die Stadt wuchs und der Turm seine Verteidigungsfunktion verlor, wurde er in die Altstadt einbezogen und bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Glockenturm der Mutterkirche genutzt.
Der Bau hat einen regelmäßigen quadratischen Grundriss auf drei Ebenen. Der Zugang erfolgt über eine Seitentür; im Inneren führt eine Treppe in das Obergeschoss, wo ein wertvolles hohes Biforium mit ziseliertem Kapitell zu sehen ist. Drumherum bewahrt der Piano della Misericordia weiterhin eine dichte Schicht aus städtischer und religiöser Geschichte.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut, ursprünglich ein isolierter militärischer Beobachtungsposten.
Quadratischer Grundriss, drei Geschosse, mit einer noch erhaltenen Biforium aus dem 14. Jahrhundert.
An die Mutterkirche angegliedert, als diese errichtet wurde; bis Anfang des 20. Jahrhunderts deren Glockenturm.
Liegt an der Piazza Plebiscito, einem der Panoramabalkone über den Tälern der Madonie.
Zeitleiste
10.–11. Jh.Arabische Geographen nennen den Ort Qal‘at as-sirat, „die Festung der Straße“.
c.1140Roger II. zerstört die ältere Festung von Monte d’Oro (Qal‘at as-sirat) und verlegt die Siedlung an den heutigen Ortskern — zunächst das Viertel Bagherino.
12. Jh.Hier erhebt sich ein quadratischer Wachturm als isolierter Ausguck über der darunter liegenden Straße.
14. Jh.Das erhaltene zweibogige Fenster (Bifora) deutet auf eine spätere Bau- oder Umbauphase hin.
16. Jh.Die neue Mutterkirche nimmt den Turm in ihre Flanke auf und nutzt ihn als Glockenturm.
bis 1912Der Turm dient als Glockenturm (Campanile) der Mutterkirche.
Geschichten & Traditionen
In seinen ersten Jahrhunderten stand der Turm allein, ein Wächter, der die Straße bewachte, während das Dorf unterhalb um die Burg herum wuchs.
Ein schlankes zweibogiges Fenster (Bifora) mit einem Krabbenkapitell ist im oberen Geschoss erhalten — sein Stil aus dem 14. Jahrhundert lässt die genaue Bauphase des Turms (normannisch, staufisch oder aragonesisch) offen.
Der Platz, den er krönt, der Piano della Misericordia, ist nach einer kleinen Misericordia-Kirche benannt und blickt zwischen den Madonie-Gipfeln und dem Tyrrhenischen Meer hinaus.
Besuch
ÖffnungszeitenExterior visible at all times; interior not regularly open
EintrittFree (exterior)
ZugangErreichbar über bergauf führende Gassen der Altstadt — gepflastert, aber steil; nicht für Kinderwagen oder Rollstühle geeignet.