Das Rathaus (Palazzo Municipale) zählt zu den wichtigsten zivilen Gebäuden Collesanos, hat seinen Ursprung jedoch als religiöser Komplex. Es entstand um die Mitte des 16. Jahrhunderts auf Initiative der Gräfin Susanna Gonzaga und mit Unterstützung der Gemeinde und diente bis 1869 als Dominikanerkloster.
Nach der Aufhebung des Klosters wurde das Gebäude zum Sitz der Stadtverwaltung umgestaltet. Die heutige neugotische Fassade geht auf den Umbau von 1769 zurück, als der Komplex ein zweites Stockwerk und ein deutlich städtischeres Gesicht erhielt.
Im Inneren bewahrt das Rathaus Tafel- und Leinwandgemälde zeitgenössischer Künstler. Die Sala dei Sindaci enthält außerdem Arbeiten des lokalen Holzschnitzers Pino Valenti — ein Hinweis darauf, dass öffentliche Gebäude in Collesano oft Verwaltung, Kunst und lokales Handwerk verbinden.
HinweisAußenansicht stets sichtbar. Innenraum richtet sich nach den Öffnungszeiten.
Ehemaliges Dominikanerkloster, erbaut um die Mitte des 16. Jahrhunderts; zweites Stockwerk 1769 ergänzt.
Diente bis zur Aufhebung der Orden 1869 als Kloster und wurde dann der städtischen Nutzung zugeführt.
Beherbergt die „Sala dei Sindaci" mit Arbeiten des lokalen Holzschnitzers Pino Valenti und einer Verklärung Christi aus dem 17. Jahrhundert.
Im 17. Jahrhundert beherbergte der Klosterkomplex vier Orden gleichzeitig: Kapuziner, Reformierte Konventualen, Dominikaner und Benediktiner.
Zeitleiste
1514–1515Susanna Gonzaga heiratet Pietro II Cardona, Graf von Collesano.
Mitte 16. Jh.Ein Dominikanerkloster wird auf Initiative der Gräfin Susanna Gonzaga mit Unterstützung der Stadt errichtet.
17. Jh.Das Klosterviertel von Collesano beherbergt vier Orden zugleich: Kapuziner, Reformierte Konventualen, Dominikaner und Benediktiner.
1769Dem Kloster wird ein zweites Geschoss hinzugefügt.
1869Die Aufhebung der Ordensgemeinschaften beendet die dominikanische Nutzung.
spätes 19. Jh.Der Komplex wird zum Rathaus umgestaltet und erhält sein neugotisches bürgerliches Gesicht (überliefert für 1882, nach einem Entwurf des Ingenieurs Salemi Pace).
2004Das Targa-Florio-Museum wird im selben Gebäude eingeweiht.
Menschen & Familien
Susanna Gonzaga (1485–1556)— Gräfin von Collesano, Tochter von Gianfrancesco Gonzaga von Sabbioneta und Antonia Del Balzo; Gemahlin von Pietro II Cardona. Stifterin dieses Klosters und der Kirche San Domenico; Gegenstand einer wissenschaftlichen Biografie von Lina Scalisi.
Pietro II Cardona (c.1467–1522)— Graf von Collesano, gefallen in der Schlacht bei Bicocca nahe Mailand im Jahr 1522.
Pino Valenti (b. 1947, Collesano)— örtlicher Künstler der Holzintarsie (Tarsia), dessen Werke in der Sala dei Sindaci hängen, darunter ein „Tisch der Opfer der Mafia“ (2001).
Geschichten & Traditionen
Ein einziges Gebäude umspannt fünf Jahrhunderte Collesaner Macht: das Kloster einer Renaissance-Gräfin, das zum Sitz des Comune wurde — und nun das Targa-Florio-Museum beherbergt.
Der Ratssaal bewahrt ein Gemälde der Verklärung aus dem 17. Jahrhundert; die Sala dei Sindaci verwandelt lokale Einlegearbeit in bürgerliches Gedächtnis.
Im 17. Jahrhundert beherbergte das umliegende Klosterviertel vier Ordensgemeinschaften zugleich — ein Maß dafür, wie dicht das kirchliche Leben Collesanos einst war.
Besuch
ÖffnungszeitenStandard municipal hours, mornings Mon–Fri
EintrittPublic building
ZugangStufen am Haupteingang am Corso Vittorio Emanuele; barrierefreien Zugang am Verwaltungseingang erfragen.